Vermittelte Tiere

ROMULUS

Kategorie: Erfolge 2009
in Spanien - geb.10/2007 - kastriert - Freigang - mit seinem Halbbruder Remus zusammen
Guten Tag ihr Lieben,

mein Name ist Romulus, geb. 10/2007, kastriert. Toller schwarz-weißer Kater mit athletischem Körperbau. Wie man auf meinen Bildern sieht, lädt mein samtiges, glänzendes Fell geradezu zu einem Streichelmarathon ein, den brauche ich so sehr. Am Liebsten lasse ich mich auf den Rücken fallen und dann aber Bauchkraulen was das Zeug hält.... Ich bin auch ein ganz liebes und zutrauliches Kerlchen. Genauso wie mein Halbbruder Remus brauche ich meinen Freigang.  Eines möchte ich ja noch erzählen: Ich habe nicht so einen schönen langen Schwanz wie mein Bruder. Aber mir macht das nichts aus. Irgendwie macht mich das ja noch besonderer***

Update vom 24.4.09: Nun sind wir geimpft und gechippt und getestet...also reisefertig. Im Moment sind wir im Haus.  Unserer Pflegemama hat uns jetzt zu sich geholt, damit wir schon mal an das Leben im Haus gewöhnt werden.
Update vom 26.4.09: Die Pflegemama der beiden Brüder sagt, sie liegen so beieinander, das man gar nicht sagen kann wo fängt der eine Kater an wo hört der andere Kater auf. Die Beiden suchen sehr die Nähe des Anderen, also sollen sie zusammen vermittelt werden.
Update vom 4.5.09:Die Beiden suchen einen Platz zusammen, auf dem sie die einzigen Katzen sein dürfen. Die neuen Menschen dieser Beiden bekommen ganz außergewöhnlich schmusige Kater. Allerdings wird schon etwas Geduld verlangt, da die Zwei ja erst einmal 4-6 Wochen an das neue Zuhause gewöhnt werden müßen. Sie sind lieb und bescheiden und etwas verunsichert im Haus, da sie ja wirklich an das Leben in der absoluten Freiheit mit all ihren Gefahren gewöhnt sind. 
Update vom 30.6.09: Die Pflegemama ist ganz verzweifelt. Sie beschreibt die beiden als so tolle Kater, die aber unbedingt ihren Freigang brauchen. Die Pflegemama ist eine ältere Frau die sie aufopfernd um so viele Katzen auf Futterplätzen in Spanien kümmert. Diese beiden Kater sind ihr in der Zeit des "Anshausgewöhnens"besonders ans Herz gewachsen.  In der ersten Zeit im Haus waren sie sehr scheu aber auch deshalb weil sie gar nicht so viel Zeit mit den Beiden verbringen kann. Sie wünscht sich Menschen für ihre beiden Schützlinge die die Geduld aufbringen die Kater an sich zu gewöhnen und die dann mit Sicherheit dafür belohnt werden.  

Ich habe mir schon eine Geschichte zur Unterhaltung unserer neuen Dosis ausgedacht. Hier der Anfang. Den Rest schnurre ich dir an einem gemütlichen Abend am Lagerfeuer - sollte ein Lagerfeuer nicht möglich sein, reicht auch ein Grill - ins Ohr:

Romulus Bruder ist leider verstorben. Remulus darf auf seiner Pflegestelle in Spanien bleiben und sein Katzenleben geniesse.

 

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Wieder einer dieser furchtbaren Tage, den man am liebsten aus dem Kalender streichen möchte. Aber wenigstens kam jetzt das Wochenende, auch wenn der Freitag Abend fast schon gelaufen war, da ihr Chef sie mal wieder kurz vor Feierabend noch mit Arbeit eingedeckt hatte. Erschöpft stellte Tamara ihre Einkaufstasche im Eingang des Wohnblocks vor den Briefkästen auf den Boden. Der Geruch war noch durchdringender als sonst – nach Dreck, abgestandenen Küchendünsten,Fäkalien und die Schmierereien an den Wänden waren auch wieder mehr geworden. Aus welchen Materialien wollte sie lieber nicht genauer wissen. Sehnsüchtig dachte sie an das kleine Häuschen mit Garten zurück, das sie mit ihrer Mutter bewohnt hatte. Aber nachdem ihre Mutter krank geworden war und sie ihren gutbezahlten Job als Sekretärin aufgeben musste, um sie zu pflegen, waren die bereits ohnehin kümmerlichen Ersparnisse schnell geschwunden. Und als ihre Mutter so pflegebedürftig wurde, dass eine 24 Stunden Betreuung notwendig wurde und sie sie schweren Herzens in ein Pflegeheim geben musste, war der Hausverkauf unumgänglich. Gute Pflegeheime waren nicht billig. Zu allem Unglück war der Seniorchef ihrer früheren Firma auch noch in den Ruhestand getreten und der Junior hatte das Regiment übernommen Der vergab die Arbeitsplätze lieber an Zeitarbeitsfirmen als feste Mitarbeiter einzustellen. Und als ob ihr das Leben nicht schon schwer genug mitgespielt hätte, war sie nun in der traurigen Lage genau über solch eine Zeitarbeitsfirma in ihrem früheren Unternehmen zwar wieder zu arbeiten, aber für sage und schreibe ein Drittel des früheren Gehaltes. Und der Junior war obendrein ein absolutes Ekelpaket und tyrannisierte die Mitarbeiter ohne Ende. Obwohl Junior überhaupt nicht passend war, der unsympathische Kerl war schon Ende 40. "Und wenn er einmal wirklich so alt wird wie er aussieht, dann wird er steinalt" überlegte Tamara in einem Anflug von Gehässigkeit. Nichts ging ihm schnell genug oder war gut genug. „Ironie des Schicksals“ dachte Tamara bei sich, während sie ihren Briefkasten öffnete und die Post herauszog. Sie verzog das Gesicht, als hätte sie plötzlich Zahnschmerzen. Das Schreiben sah sehr amtlich und offiziell aus. Unwillkürlich stöhnte sie leise auf, das konnte nichts Gutes bedeuten. Sie drehte den Brief hin und her, am liebsten hätte sie ihn einfach in einen anderen Briefkasten geschoben. Sie wollte heute nicht noch mehr Unangenehmes. Ihre Nerven waren so schon angeschlagen. Aber vom Rumstehen und Anstarren wurde es auch nicht besser, da musste sie eben durch. Sie griff mit der freien Hand nach der Tasche und machte sich auf den Weg in ihre kleine 1-Zimmer-Wohnung. Bei sich nannte sie es immer ihr „Wohnklo“. Kein leichtes Unterfangen, da sie im fünften Stock wohnte und es keinen Fahrstuhl gab.
Endlich vor ihrer Wohnungstüre angekommen ließ sie schwer atmend die Tasche zu Boden sinken. Nach diesem Marathontreppenaufstieg fühlte sie sich mit ihren 24 Jahren jedes Mal uralt und konnte nur hoffen, dass es auch mal wieder aufwärts ging, denn mit einigen Jährchen mehr auf dem Buckel, würde sie diese Treppen sicher nicht mehr schaffen.
Während sie noch in ihrer Tasche nach dem Schlüssel suchte, hörte sie plötzlich ein leises Miauen. Sie schaute sich um und entdeckte eine zierliche, schwarze, kleine Katze in einigen Schritten Entfernung.
„Na komm her du Süße, hast du dich verlaufen?“ sagte Tamara.
Auf leisen Pfoten näherte sich das Kätzchen und begann Tamara um die Beine zu streichen und ihr Köpfchen daran zu reiben.
„Na du willst dir sicher Futter erschmeicheln“ lachte Tamara: „dann komm mit rein, lass uns schauen, was wir für dich finden. Ich habe etwas Rinderhack eingekauft. Da gibt’s halt für mich heute nur die Beilagen und du bekommst das Fleisch.“ Gemeinsam betraten sie die Wohnung. Tamara machte sich daran die Tasche auszupacken, während das Kätzchen auf das Bett sprang und sich dort behaglich schnurrend ausstreckte. Unwillkürlich musste Tamara über die Frechheit ihrer Besucherin lachen und die Kümmernisse des Arbeitstages begannen etwas zu verblassen. Sie stellte eine Schüssel bereit und füllte etwas von dem Rinderhack für die Katzendame hinein. Überrascht hielt sie inne. Woher wollte sie eigentlich wissen, dass es eine „Dame“ war, es könnte doch genauso gut ein Kater sein? „Naja“ dachte sie, die Katze wird es nicht sonderlich stören wenn ich falsch liege. Eine ordentliche Mahlzeit und mein Bett interessieren sie da sicher mehr.“ Kaum hatte sie die Schüssel zu Boden gestellt, sprang das Kätzchen auch schon hungrig herbei und begann zu schmausen. Flink stellte Tamara noch eine Wasserschüssel bereit. Da fiel ihr ein, dass sie ja gar kein Katzenklo hatte oder ob die Besucherin nach dem Fressen wieder gehen würde? Vorsicht war besser als Nachsicht. Deshalb suchte sie geschwind einen Karton und legte ihn dick mit Papier und Zeitungen aus. Das musste fürs Erste genügen. Über das Problem, dass im Haus keine Haustierhaltung erlaubt war, würde sie sich später den Kopf zerbrechen, dieser amtlich aussehende Brief hatte nun auf jeden Fall Vorrang. Mit spitzen Fingern nahm sie ihn und setzte sich damit aufs Bett – außer einem altersschwachen Stuhl an einem kleinen Klapptisch (ihrem Esstisch) - die einzige bequeme Sitzmöglichkeit. Und beim Lesen solcher Briefe sollte man auf jeden Fall zumindest bequem sitzen. Flugs sprang das Kätzchen herbei und rollte sich leise schnurrend auf ihrem Schoss zusammen. Tamara kraulte die Kleine abwesend, während sie auf den Brief starrte und ihr das Herz bis zum Hals schlug. Da erst stellte sie zu ihrer grenzenlosen Überraschung fest, dass der Brief aus Schottland kam. Was hatte sie mit Schottland zu tun? Endlich nahm sie ihren ganzen Mut zusammen und öffnete das Kuvert. Sie las die Zeilen, las sie wieder und dann auch noch ein drittes Mal, während ihr Kopf hämmerte, das Herz pochte und Knie und Hände bebten. Das konnte nicht sein. Unmöglich. Ein grenzenloser Irrtum. Sie konnte nicht die Enkelin dieser schottischen Adeligen sein, von deren Tod und Vermächtnis sie in dem Brief unterrichtet wurde. Sie hatte keine schottischen Verwandten und schon gar keine Reichen, die ihr Haus und Vermögen vermachten. Zumindest konnte sie sich nicht vorstellen, wie dieses Verwandtschaftsverhältnis beschaffen sein sollte. Die Eltern ihrer Mutter waren bereits verstorben, als sie gerade die Schule beendete. Sie hatte immer die Ferien bei ihnen auf ihrem kleinen Bauernhof verbracht, da war rein gar nichts schottisch gewesen. Blieb nur die Möglichkeit einer Verwandtschaft väterlicherseits. Da ihr Vater kurz nach ihrer Geburt tödlich verunglückt war, hatte sie keinerlei Erinnerung an ihn und ihre Mutter war jedes Mal in Tränen ausgebrochen wenn die Sprache auf ihn kam. Deshalb hatte Tamara schon früh gelernt, dass es besser war, das Thema nicht anzuschneiden. Dadurch waren die einzigen Erinnerungen an ihren Vater nur ein paar Fotos, die ihn als erwachsenen Mann zeigten, keinerlei Kinderbilder. Und deshalb hatte Tamara einfach irgendwann angenommen, er wäre ein Waisenkind gewesen und darum gäbe es keine Verwandten väterlicherseits. Das war wohl ein Irrtum wie sich nun herausstellte oder der Anwalt, der ihr den Brief geschickt hatte, verwechselte sie mit einer Anderen. Sie würde gleich morgen früh die im Schreiben genannte Nummer anrufen und sich mit dem Anwalt in Verbindung setzen. Vorausgesetzt, sein Büro war samstags besetzt. Und nach diesem Gespräch, egal was dabei herauskam, würde sie sofort zu dem Lagerraum gehen – wo sie Dokumente, Möbel und Erinnerungsstücke aus dem gemeinsamen Leben mit ihrer Mutter notdürftig untergestellt hatte. Sie musste einfach endlich mehr über ihren Vater wissen, vielleicht ließen sich dort Anhaltspunkte und Informationen über sein früheres Leben finden. Dabei fiel ihr ein, dass sie auch für diese Sachen eine andere Lösung finden musste, die Miete für den Lagerraum sparte sie sich jetzt schon vom Munde ab. Aber wie sollte sie die Sachen in ihrem Wohnklo unterbringen? Und davon trennen wollte sie sich auch nicht. Da käme eine Erbschaft doch wirklich recht. Unwillkürlich fing sie an zu kichern und ihr Gekicher steigerte sich alsbald zu hysterischem Gelächter, das gar nicht mehr aufhören wollte.
Erst ein plötzlicher Schmerz auf ihrem Handrücken brachte sie wieder zur Besinnung. Die Katze hatte ihr einen unsanften Klaps mit der Pfote und ausgefahrenen Krallen versetzt.
„Na hör mal, was ist denn in dich gefahren?“ fragte Tamara überrascht das Kätzchen. Diese sah sie nur durchdringend mit ihren bernsteinfarbenen Augen, in denen kleine, grüne Lichtpunkte tanzten, an.
„Du hast ja recht“ murmelte Tamara, während sie das seidenweiche Fell des Kätzchens streichelte „ich bin etwas hysterisch geworden. Aber schließlich erfährt man ja auch nicht alle Tage, dass man die Haupterbin einer reichen Lady McRae sein soll“. Wieder drohte Gelächter in ihr aufzusteigen, schnell wischte sie sich die Lachtränen ab und erklärte der Katze: „Ich mache mir wohl erst mal eine Tasse Tee. Möchtest du auch noch was Mieze?“ Aber die Katze hatte es sich schon wieder auf dem Bett bequem gemacht und schnurrte leise. Tamara eilte in ihre kleine Kochnische und suchte nach Teebeuteln. „Baldrian“ murmelte sie „ich brauche jetzt unbedingt einen Baldriantee“.
Kurze Zeit später ließ sie sich mit ihrer Teetasse bewaffnet auf die Bettkante sinken und während sie langsam ihren Tee trank, liefen ihre Gedanken wahllos im Kreis. Würde ihr Englisch ausreichen um mit dem Anwalt zu Rande zu kommen? Womöglich sprach er zusätzlich noch einen furchtbaren Dialekt. Aber nein, der Brief war schließlich auch in einwandfreiem Deutsch verfasst. Da konnte er es sicher auch sprechen. Oder hatte Jemand den Text für ihn übersetzt? Woher hatte er ihre Adresse? Woher wollte er wissen, dass sie die Enkelin dieser Frau war, wenn sie selbst es nicht einmal wusste? Warum hatte ihre Mutter nie etwas gesagt, oder hatte sie es auch nicht gewusst? Gab es noch weitere Verwandte? Seufzend beschloss sie schließlich die Nachdenkerei aufzugeben, es führte zu nichts. Nach dem Gespräch mit dem Anwalt ihrer –angeblichen- verstorbenen Großmutter würde sie sicher klüger sein. Außerdem machte sich die  Müdigkeit nach diesem anstrengenden Tag und der ganzen Aufregung nun auch bemerkbar. Sie machte sich fertig fürs Bett und kroch unter die Decke. Das Kätzchen kam eilends hochgekrabbelt und legte sich zu ihr auf´s Kopfkissen. Tamara musste lächeln und begann die Kleine zu streicheln, so dass diese vor Wohlbehagen laut schnurrte. Das gleichmäßige Schnurren hatte eine beruhigende Wirkung auf Tamara und sie merkte, wie ihr die Augen zufielen und das Rad der Gedanken sich langsamer drehte. Plötzlich öffnete sie nochmals die Augen, sah die Katze an und sagte leise kichernd:“Ich werde dich Lady McRae nennen“. Es war, als würde ihr die Katze spitzbübisch zuzwinkern und bestätigend mit dem Kopf nicken. Doch das konnte ja auf keinen Fall sein. "Sicher hatte ihr da die Müdigkeit einen Streich gespielt" dachte Tamara noch benommen und dann war sie auch schon eingeschlafen.
(©Sonja Mezger)